Schönenbühl

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Das Bürgerheim Schönenbühl war zunächst eine Zufluchtstätte für Menschen, die nicht selbst für sich sorgen konnten oder auch keinen Platz in ihren Familien fanden. Zudem verstanden sich die Bürgerheime damals als Ort für eine geordnete Lebensführung: sinnvolle Tätigkeiten/Arbeitseinsätze in Haus- und Landwirtschaft durch die Anleitung eines Hauselternpaares.
Mit den Sozialwerken wie AHV/IV und der Schaffung spezialisierten „Anstalten“ für Alkoholabhängige oder körperlich und geistig Behinderte entwickelten sich die traditionellen Bürgerheime zunehmend zu Altersheimen. Die neue Herausforderung verlangte, dass die Mehrbettzimmer zu Einer- und Doppelzimmern mit Wohncharakter und Nasszellen umgebaut werden mussten. Die Landwirtschaft wurde vom „Heimbetrieb“ abgetrennt und verpachtet.

Viele ältere Gemeindemitglieder hatten Mühe mit der Vorstellung, sich in einem Haus betreuen zu lassen, wo in ihrer Erinnerung früher auch Trinker und Arbeitsscheue „versorgt“ worden sind. Mit der Zeit konnten die Anforderungen an zeitgemässes Wohnen im Alter im Schönenbühl nicht mehr erfüllt werden und die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner ging deutlich zurück. 2008 wurde das Altersheim Schönenbühl geschlossen.

Der Film aus dem Jahr 1971 zeigt eindrücklich das Leben im Schönenbühl während eines Jahres.

Text: Annegret Abegglen Film: Ernst Brunner, 1971; Paul Hollenstein 2020