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Der Ruppenbahn-Tunnel (neue Seite)
Der Ruppenbahn-Tunnel


===Der Ruppenbahn-Tunnel für die Ostalpenbahn===
===Der Ruppenbahn-Tunnel, als Teil der Ostalpenbahn===
«Die Ruppenbahn ist das vernünftigste aller Eisenbahnprojekte, die seit 30 Jahren in der Ostschweiz aufgetaucht sind.» Aussage von Otto Sand, Generaldirektor der SBB und Leiter des Baudepartements (1901-21). <br>
[[Datei: Ruppenbahn_Streckenführung_ Rheintal_1883.jpg |right|250px| Vision von Professor Oesch]]
Schon bald nach dem Aufkommen der Eisenbahn stellte sich die "Alpenbahnfrage": Welches war die ideale Transitlinie durch die Schweiz, von Norden nach Süden, resp. von Osten nach Westen. Es kam zu einem verbissenen Tauziehen zwischen verschiedenen Regionen und Interessengruppen, denn dort wo die Verkehrsströme durchgeführt wurden, prägte es deren wirtschaftliche Entwicklung. Von den unzähligen Projekten wurde im 19. Jahrhundert nur die Gotthardbahn realisiert. Nach dem Entscheid zugunsten des Gotthards wurde man in der Ostschweiz nicht müde, nach Mitteln und Wegen zu suchen, um eine eigene Transitbahn durch die Alpen zu erhalten. <br>


Professor Oesch, vermutlich Johann Ignaz Oesch, Pfarrer und Kantonsschullehrer in Bad Ragaz (*1835-1920†) brachte seine Verkehrspolitische Vision einer Eisenbahnlinie «Konstantinopel-Wien-Feldkirch-Altstätten-St.Gallen-Paris-London» aufs Tapet und sagte dazu: «Die Linie ist Teil einer Weltbahn, die Linie hat Teil einer Weltbahn zu sein.» <br>
Schon bald nach dem Aufkommen der Eisenbahn stellte sich die "Alpenbahnfrage": Welches war die ideale Transitlinie durch die Schweiz, von Norden nach Süden, resp. von Osten nach Westen. Es kam zu einem verbissenen Tauziehen zwischen verschiedenen Regionen und Interessengruppen, denn dort wo die Verkehrsströme durchgeführt wurden, prägte es deren wirtschaftliche Entwicklung. Von den unzähligen Projekten wurde im 19. Jahrhundert nur die Gotthardbahn realisiert. Nach dem Entscheid zugunsten des Gotthards wurde man in der Ostschweiz nicht müde und suchte nach Möglichkeiten für eine eigene Transitbahn durch die Alpen. <br>
 
Professor Oesch, vermutlich Johann Ignaz Oesch, Pfarrer und Kantonsschullehrer in Bad Ragaz (*1835-1920†), brachte Mitte des 19. Jahrhunderts seine Verkehrspolitische Vision einer Eisenbahnlinie «Konstantinopel-Wien-Feldkirch-Altstätten-St.Gallen-Paris-London» aufs Tapet. <br>


===Debatte zur Ruppenbahn===
===Debatte zur Ruppenbahn===
Der Altstätter Grossrat, Nationalrat und Präsident des Verkehrsvereins, Jakob Biroll (*1854 - 1939†), nahm 1906 Oeschs Vision als Anlass für seine Schrift [[Media: Ruppenbahn_Projektbeschreibung_Biroll_Museum Prestegg.pdf|«Eine neue Bahn auf den Plan»]]. <br>
Der Altstätter Grossrat, Nationalrat und Präsident des Verkehrsvereins, Jakob Biroll (*1854 - 1939†), nahm 1906 Oeschs Vision als Anlass für seine Schrift [[Media: Ruppenbahn_Projektbeschreibung_Biroll_Museum Prestegg.pdf|«Eine neue Bahn auf den Plan»]]. <br>
[[Datei: Ruppenbahn_Berechnungen_Biroll.jpg |right|250px|Berechnungen von Biroll]]
[[Datei: Ruppenbahn_Berechnungen_Biroll.jpeg |Berechnungen von Biroll]]
Er stiess damit die Debatte zum Bau einer Ruppenbahn an. Biroll hatte bereits die 1911 eröffnete Bahnlinie Altstätten - Gais gefördert und wollte nun der Ruppenbahn zum Durchbruch verhelfen. Kostenberechnungen aus dem Jahre 1906 ergaben '''Totalinvestitionen von Fr. 12,3 Mio. Franken''' für die Gesamtstrecke St. Gallen – Feldkirch. <br>
Er stiess damit eine Debatte zum Bau der Ruppenbahn an. <br>
Speicherschwendi war bereits 1890 als Planungsvariante für eine Dampfbahn St. Gallen – Speicher - Trogen in für den Bau der über Speicherschwendi in Betracht gezogen worden, doch im Rahmen der Elektrifizierung wurde eine Strassenbahn [[Trogenerbahn | St.Gallen -Trogen]] über die Vögelinsegg gebaut und 1903 in Betrieb genommen. Somit war die Schwendi ohne eigenen Bahnanschluss geblieben.
''Die Ruppenbahn ist das vernünftigste aller Eisenbahnprojekte, die seit 30 Jahren in der Ostschweiz aufgetaucht sind.''
Diese Aussage stammt von Otto Sand, damaliger Generaldirektor der SBB und Leiter des Baudepartements. <br>
 
===Das Projekt Birolls===
[[Datei: Ruppenbahn_Planung_Karte_Streckenführung.jpeg | geplante Streckenführung]]
Mit der Idee einer Ruppenbahn war Speicherschwendi erneut in den Fokus gerückt, zumal die erste Planungsvariante für die Realisierung der [[Trogenerbahn|Trogenerbahn]] über das Goldachtal und Speicherschwendi nach Speicher und Trogen geführt hätte. <br><br>
 
Biroll schrieb über Trasse seiner Projektidee:
''Die projektierte Bahn beginnt beim Bahnhof St. Gallen, benützt bis St Fiden das Bundesbahngeleise, biegt dann aus zur Goldach-Schlucht, in welcher, an möglichst günstiger Stelle, für das appenzellische Vorder- und Mittelland eine Station angebracht wird, unterfährt den Ruppen, berührt Altstätten im Nordwesten, mündet im Kirlen daselbst in die Bundesbahnen ein, benützt deren Geleise bis Oberriet und biegt dann hinüber zur Arlbergstation Feldkirch.'' <br>


===Speicherschwendi als Göschenen Ausserrhodens===
Bei der anfänglichen Planungsidee standen fünf verschiedene Bahnhofsvarianten zur Auswahl, mit denen das Projektteam die Erschliessung des Appenzeller Mittellandes und der nahen St. Galler Gemeinden optimieren wollte. Um eine Station im Goldachtobel realisieren zu können, müsse die Goldach auf ungefähr 300m überwölbt werden.  Der Entscheid über die Stationsanlage würde eventuell ein heisses Gefecht verursachen, schreibt Biroll in seiner Schrift.  
[[Datei: Ruppenbahn_Planung_Karte_Streckenführung.jpg |right|250px| geplante Streckenführung von Carl Vogt]]
Unter den fünf Varianten war auch Speicherschwendi mit der Aachmüli (Unteraach/Achwies) aufgeführt, nebst Zweibruggen und Säglibach/Kressau. Dadurch entstanden auch für den geplanten Tunnel diverse Varianten, welche zwischen 6 und 9km Tunnellänge und somit unterschiedliche Steigungen der Bahnstrecke aufweisen würden. Ja selbst ein Kehrtunnel wurde thematisiert.  
Mit der Idee einer Ruppenbahn wäre Speicherschwendi erneut in den Fokus gerückt und zu einer Art '''Göschenen von Ausserrhoden''' geworden. <br>
Fahrzeitberechnungen zeigten auf, dass die Fahrzeit von St.Gallen nach Altstätten über die neu zu realisierende Linie 25 Minuten dauern würde, im Gegensatz zur bestehenden Linie über Rorschach und St. Margrethen, welche 65 Minuten dauert, und damit mehr als doppelt so viel Zeit benötigt.
Die Ruppen-Linie, die ihren Anfang in St.Gallen gehabt hätte, wäre via St. Finden durch das Goldach-Tobel zu einem Bahnhof bei der [[Flurnamenliste|Achmüli in Speicherschwendi]] gelangt, bevor sie durch den Ruppen-Tunnel direkt mit Altstätten verbunden gewesen wäre. Für den Standort eines Bahnhofes vor dem Tunnelportal gab es anfangs diverse Planungsvarianten, bis man sich 1927 für den Standort Achmüli entschieden hatte. Nach Altstätten würde die Linie zwischen Oberriet und Rüthi das Rheintal überqueren und bei Feldkirch an die bestehende Rheintalbahn der OEBB angedockt. <br>
Nach Altstätten würde die Linie zwischen Oberriet und Rüthi das Rheintal überqueren und bei Feldkirch an die bestehende Rheintalbahn der OEBB angedockt. <br>
[[Datei: Ruppenbahn_Streckenführung_ Rheintal_1883.jpeg | Streckenführung 1883]]
Dieser sogenannte «Mittelanschluss» im Oberrheintal war bereits 1865 staatsvertraglich vereinbart worden.
Dieser sogenannte «Mittelanschluss» im Oberrheintal war bereits 1865 staatsvertraglich vereinbart worden.
Ingenieur Carl Vogt aus St.Gallen erstellte umfangreiche technische Projektunterlagen für diese neue Ruppenbahn. Der Erste Weltkrieg beendete vorerst diesen Eisenbahntraum, denn in einer Zeit der Not und Ungewissheit konnte die Ruppenbahn kein Thema sein. <br>
Ingenieur Carl Vogt aus St.Gallen erstellte umfangreiche technische Projektunterlagen für die neue Ruppenbahn. Die grobe Kostenberechnung aus dem Jahre 1906 ergab Investitionen von Fr. 12,3 Mio. Franken für die Gesamtstrecke St. Gallen – Feldkirch. <br>
Der Erste Weltkrieg beendete vorerst diesen Eisenbahntraum, denn in einer Zeit der Not und Ungewissheit konnte die Ruppenbahn kein Thema sein. <br>  
 


===Krieg und Krisenjahre===
===Wiederbelebung des Projektes===
[[Datei:Ruppenbahn_RheinBahn_Distanz_und_Zeitvergleich.jpg|right|250px|Distanz und Zeitvergleich]]
Politiker Biroll und Ingenieur Vogt gaben indes nicht auf. Die Ruppenbahn kam im Laufe der «Goldenen Zwanzigerjahre» unter dem Namen Ruppen-Rhein-Bahn (R.R.B.) nochmals ins Gespräch. Die Stadt St.Gallen sah sich zu jener Zeit mit einer vom Niedergang der Textilindustrie ausgelösten wirtschaftlichen Ungewissheit konfrontiert und begrüsste diese Idee. <br>
Politiker Biroll und Ingenieur Vogt gaben indes nicht auf. Die Ruppenbahn kam im Laufe der «Goldenen Zwanzigerjahre» unter dem Namen '''Ruppen-Rhein-Bahn (R.R.B.)''' nochmals ins Gespräch. Die Stadt St.Gallen sah sich zu jener Zeit mit einer vom Niedergang der Textilindustrie ausgelösten wirtschaftlichen Ungewissheit konfrontiert und begrüsste diese Idee. <br>  
Eigentlicher Auslöser für das Wiederaufleben der Bestrebungen für die Ruppenbahn war vermutlich die sogenannte «Rhein-Not», ausgelöst durch einen Dammbruch des Rheins bei Schaan im September 1927, als das Wasser das Unterland des Fürstentums Liechtenstein überflutete. Der lange andauernde Streckenunterbruch zwischen Schaan und Buchs hatte zur Folge, dass der Arlbergverkehr über St.Margrethen - Rorschach und teilweise über St.Gallen geleitet werden musste. In St. Gallen nahm man die Vorteile dieser Verkehrsführung gerne an. Dort bildete sich 1928 ein Initiativkomitee zur Förderung der Ruppen-Rhein-Bahn-Idee. Das Projekt fand jedoch wegen der verkehrspolitischen Interessen der Regionen Rorschach-Unterrheintal und Werdenberg-Sarganserland eine erbitterte Gegnerschaft, obwohl die Reisezeitberechnungen klare Vorteile für eine direkte Anbindung St. Gallen – Ruppen-Tunnel – Altstätten aufzeigten. <br>
Beim der Wiederbelebung der Ruppen-Linie legte sich das Projektteam für den Bahnhof in der [[Flurnamenliste|Achmüli in Speicherschwendi]] (Unteraach/Aachwies) fest, als westliches Portal des Ruppen-Tunnels.
Somit wäre Speicherschwendi als eine Art «Göschenen Ausserrhodens» geworden. <br>


Eigentlicher Auslöser für das Wiederaufleben der Bestrebungen für die Ruppenbahn war vermutlich die '''Rhein-Not''' durch den Dammbruch des Rheins bei Schaan vom September 1927, als das Wasser das Unterland des Fürstentums Liechtenstein überflutete. Der lange andauernde Streckenunterbruch zwischenö - Rorschach und teilweise über St.Gallen geleitet wurde. In St. Gallen nahm man die Vorteile dieser Verkehrsführung gerne an. Distanz- und Reisezeitberechnungen zeigten klare Einsparungen durch eine direkte Anbindung St. Gallen - Altstätten. <br>
[[Datei: Ruppenbahn_Nebelspalter_1928_Heft_16.jepg | Nebelspalter 1928]]
Dort bildete sich 1928 ein Initiativkomitee zur Förderung der Ruppenbahn-Idee. Das Projekt fand vor allem durch die ungelöste Rorschacher Eisenbahnfrage und wegen der verkehrspolitischen Interessen der Regionen Rorschach-Unterrheintal und Werdenberg-Sarganserland eine erbitterte Gegnerschaft. <br>
Die sich gleichzeitig abzeichnende Wirtschaftskrise entwickelte sich zu einem weiteren Hindernis für das Unterfangen. Das Projekt verschwand 1930 spurlos von der verkehrspolitischen Bühne und damit auch Speicherschwendi. <br>  
[[Datei: Ruppenbahn_Nebelspalter_1928_Heft_16.jpg |right|250px| Nebelspalter 1928]]
Die sich gleichzeitig abzeichnende Wirtschaftskrise entwickelte sich zu einem weiteren Hindernis für das Unterfangen. Das Projekt verschwand 1930 von der verkehrspolitischen Bühne. <br>  




<small>Hollenstein Paul, Oktober 2024</small>
<small>Hollenstein Paul, September 2024</small>
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Beispiel eines neuen Beitrages

Der Ruppenbahn-Tunnel

Der Ruppenbahn-Tunnel, als Teil der Ostalpenbahn

Schon bald nach dem Aufkommen der Eisenbahn stellte sich die "Alpenbahnfrage": Welches war die ideale Transitlinie durch die Schweiz, von Norden nach Süden, resp. von Osten nach Westen. Es kam zu einem verbissenen Tauziehen zwischen verschiedenen Regionen und Interessengruppen, denn dort wo die Verkehrsströme durchgeführt wurden, prägte es deren wirtschaftliche Entwicklung. Von den unzähligen Projekten wurde im 19. Jahrhundert nur die Gotthardbahn realisiert. Nach dem Entscheid zugunsten des Gotthards wurde man in der Ostschweiz nicht müde und suchte nach Möglichkeiten für eine eigene Transitbahn durch die Alpen.

Professor Oesch, vermutlich Johann Ignaz Oesch, Pfarrer und Kantonsschullehrer in Bad Ragaz (*1835-1920†), brachte Mitte des 19. Jahrhunderts seine Verkehrspolitische Vision einer Eisenbahnlinie «Konstantinopel-Wien-Feldkirch-Altstätten-St.Gallen-Paris-London» aufs Tapet.

Debatte zur Ruppenbahn

Der Altstätter Grossrat, Nationalrat und Präsident des Verkehrsvereins, Jakob Biroll (*1854 - 1939†), nahm 1906 Oeschs Vision als Anlass für seine Schrift «Eine neue Bahn auf den Plan».
Berechnungen von Biroll Er stiess damit eine Debatte zum Bau der Ruppenbahn an.
Die Ruppenbahn ist das vernünftigste aller Eisenbahnprojekte, die seit 30 Jahren in der Ostschweiz aufgetaucht sind. Diese Aussage stammt von Otto Sand, damaliger Generaldirektor der SBB und Leiter des Baudepartements.

Das Projekt Birolls

geplante Streckenführung Mit der Idee einer Ruppenbahn war Speicherschwendi erneut in den Fokus gerückt, zumal die erste Planungsvariante für die Realisierung der Trogenerbahn über das Goldachtal und Speicherschwendi nach Speicher und Trogen geführt hätte.

Biroll schrieb über Trasse seiner Projektidee: Die projektierte Bahn beginnt beim Bahnhof St. Gallen, benützt bis St Fiden das Bundesbahngeleise, biegt dann aus zur Goldach-Schlucht, in welcher, an möglichst günstiger Stelle, für das appenzellische Vorder- und Mittelland eine Station angebracht wird, unterfährt den Ruppen, berührt Altstätten im Nordwesten, mündet im Kirlen daselbst in die Bundesbahnen ein, benützt deren Geleise bis Oberriet und biegt dann hinüber zur Arlbergstation Feldkirch.

Bei der anfänglichen Planungsidee standen fünf verschiedene Bahnhofsvarianten zur Auswahl, mit denen das Projektteam die Erschliessung des Appenzeller Mittellandes und der nahen St. Galler Gemeinden optimieren wollte. Um eine Station im Goldachtobel realisieren zu können, müsse die Goldach auf ungefähr 300m überwölbt werden. Der Entscheid über die Stationsanlage würde eventuell ein heisses Gefecht verursachen, schreibt Biroll in seiner Schrift. Unter den fünf Varianten war auch Speicherschwendi mit der Aachmüli (Unteraach/Achwies) aufgeführt, nebst Zweibruggen und Säglibach/Kressau. Dadurch entstanden auch für den geplanten Tunnel diverse Varianten, welche zwischen 6 und 9km Tunnellänge und somit unterschiedliche Steigungen der Bahnstrecke aufweisen würden. Ja selbst ein Kehrtunnel wurde thematisiert. Fahrzeitberechnungen zeigten auf, dass die Fahrzeit von St.Gallen nach Altstätten über die neu zu realisierende Linie 25 Minuten dauern würde, im Gegensatz zur bestehenden Linie über Rorschach und St. Margrethen, welche 65 Minuten dauert, und damit mehr als doppelt so viel Zeit benötigt. Nach Altstätten würde die Linie zwischen Oberriet und Rüthi das Rheintal überqueren und bei Feldkirch an die bestehende Rheintalbahn der OEBB angedockt.
Streckenführung 1883 Dieser sogenannte «Mittelanschluss» im Oberrheintal war bereits 1865 staatsvertraglich vereinbart worden. Ingenieur Carl Vogt aus St.Gallen erstellte umfangreiche technische Projektunterlagen für die neue Ruppenbahn. Die grobe Kostenberechnung aus dem Jahre 1906 ergab Investitionen von Fr. 12,3 Mio. Franken für die Gesamtstrecke St. Gallen – Feldkirch.
Der Erste Weltkrieg beendete vorerst diesen Eisenbahntraum, denn in einer Zeit der Not und Ungewissheit konnte die Ruppenbahn kein Thema sein.


Wiederbelebung des Projektes

Politiker Biroll und Ingenieur Vogt gaben indes nicht auf. Die Ruppenbahn kam im Laufe der «Goldenen Zwanzigerjahre» unter dem Namen Ruppen-Rhein-Bahn (R.R.B.) nochmals ins Gespräch. Die Stadt St.Gallen sah sich zu jener Zeit mit einer vom Niedergang der Textilindustrie ausgelösten wirtschaftlichen Ungewissheit konfrontiert und begrüsste diese Idee.
Eigentlicher Auslöser für das Wiederaufleben der Bestrebungen für die Ruppenbahn war vermutlich die sogenannte «Rhein-Not», ausgelöst durch einen Dammbruch des Rheins bei Schaan im September 1927, als das Wasser das Unterland des Fürstentums Liechtenstein überflutete. Der lange andauernde Streckenunterbruch zwischen Schaan und Buchs hatte zur Folge, dass der Arlbergverkehr über St.Margrethen - Rorschach und teilweise über St.Gallen geleitet werden musste. In St. Gallen nahm man die Vorteile dieser Verkehrsführung gerne an. Dort bildete sich 1928 ein Initiativkomitee zur Förderung der Ruppen-Rhein-Bahn-Idee. Das Projekt fand jedoch wegen der verkehrspolitischen Interessen der Regionen Rorschach-Unterrheintal und Werdenberg-Sarganserland eine erbitterte Gegnerschaft, obwohl die Reisezeitberechnungen klare Vorteile für eine direkte Anbindung St. Gallen – Ruppen-Tunnel – Altstätten aufzeigten.
Beim der Wiederbelebung der Ruppen-Linie legte sich das Projektteam für den Bahnhof in der Achmüli in Speicherschwendi (Unteraach/Aachwies) fest, als westliches Portal des Ruppen-Tunnels. Somit wäre Speicherschwendi als eine Art «Göschenen Ausserrhodens» geworden.

Nebelspalter 1928 Die sich gleichzeitig abzeichnende Wirtschaftskrise entwickelte sich zu einem weiteren Hindernis für das Unterfangen. Das Projekt verschwand 1930 spurlos von der verkehrspolitischen Bühne und damit auch Speicherschwendi.


Hollenstein Paul, September 2024

Quellen:
Idee: Martin Graf, Speicherschwendi
Text: Paul Hollenstein, St. Galler Tagblatt, 10.09.2018
Dokumente:
Ortsmuseum Altstätten, Schrift «eine neue Bahn auf den Plan» von Jakob Biroll 1906
Staatsarchiv St.Gallen: W 301/2.15 Verkehrsverein Altstätten, Tabelle bezüglich Abkürzungswirkungen zum Projekt Ruppenbahn (erstellt durch Jakob Biroll) 1927
Ruppenbahn-Projekt und Mittelanschluss nach Götzis, Werdenberger Jahrbuch 2001, Zeichnung: Anton Heer, Flawil
Nebelspalter 1928, Heft 16


Beispiel mit Tabelle und Foto:

Jahrgang 1922 2 Klasse 1931 Lehrer unbekannt Zentralschulhaus.jpg
Klassenfoto 2. KLasse
Jahrgang 1922
Lehrer unbekannt
Übername
Schulhaus Zentralschulhaus
Foto 1931
Fotograf unbekannt
Quelle Jules Schittli
Format 18 x 13 cm


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