WikiSpeicher in den Medien

Aus WikiSpeicher

Schweizer Medien sind auf WikiSpeicher aufmerksam geworden:

Appenzeller Zeitung 24.12.2014

Speichern unter WikiSpeicher
Nichts dem Vergessen anheim geben
WikiSpeicher nennt sich ein für alle offenes Projekt, mit dem möglichst viel Wissen aus der und über die Gemeinde gesichert werden soll. Es befindet sich in fortlaufendem Aufbau.

Martin Hüsler, Appenzeller Zeitung, 24.12.2014

SPEICHER. Menschen tragen Geschichten mit sich herum, eigene und vermittelt bekommene. Mit ihrem Tod nehmen sie auch diese Geschichten mit ins Grab, so dass sie meist unwiederbringlich verloren sind. Dass dem zumindest in Speicher nicht so sei, dafür gibt es seit einiger Zeit WikiSpeicher, eine Internet-Plattform, die über Episodenhaftes hinaus vielem Erinnerungsraum gewährt, was in der Gemeinde von Belang war und ist. "Wissen sichern" lautet die Maxime, auf der WikiSpeicher aufbaut.

Dorffest als Auslöser
Im zu Ende gehenden 2014 hat Speicher das 400-Jahr-Jubiläum als Gemeinde begangen. Anlass zum Feiern gab es aber bereits 2009, als sich die erste urkundliche Erwähnung Speichers zum 700. Mal jährte. Bei den aus jenem Grund inszenierten Aktivitäten, die unter dem Titel "700 Jahre – grosse Sprünge" in Szene gingen, gelangte auch viel Historie mit ins Spiel. "Rund um jenes Fest wurde offensichtlich, dass in Speicher manche Leute 'altes Zeug' sammeln, das des Bewahrens wert wäre, beispielsweise Postkarten aus früheren Zeiten, die ja alle auf ihre Weise Geschichten erzählen. In diesem Zusammenhang kam die Idee eines Ortsmuseums auf", erinnert sich Peter Abegglen, der bei "700 Jahre – grosse Sprünge" an vorderste Fron mitwirkte.

Schützenfahne im Internet
Als dann kurz darauf im Internet eine Speicherer Schützenfahne zum Verkauf angeboten wurde, löste das bei Edy Tanner, selber Sammler von historischen Belegen, einen "Das-darf-nicht-sein"-Effekt aus. Er setzte sich mit Peter Abegglen in Verbindung, was diesen wiederum mit Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut Kontakt aufnehmen liess. Im Verlauf jenes Gesprächs fiel irgendwann der Ausdruck "kulturelles Gedächtnis". Es fügte sich ausgezeichnet, dass die in der Kantonsbibliothek tätige Clarissa Höhener just in einer Masterarbeit "Oral History", also erzählte Geschichte, zum Thema machte, jene Methode der Geschichtswissenschaft, die laut Wikipedia "auf dem Sprechenlassen von Zeitzeugen basiert".

Geeignete Plattform
"Wiki" war das Stichwort, das fortan die Richtung bestimmte, auf die man hinsichtlich des Zustandekommens eines kulturellen Gedächtnisses einschwenken konnte. "Wiki" bezeichnet ein Textsystem für Webseiten, "deren Inhalte von den Benutzern nicht nur gelesen, sondern auch online direkt im Webbrowser geändert werden können", wie Wikipedia, das auf ebendiesem Prinzip beruht, den Begriff erläutert. Warum sollte, was bei Wikipedia schon lange Wirklichkeit ist, nicht auch spezifisch für Speicher Form annehmen? Eine Spurgruppe mit Peter Abegglen, Hans Jörg Müller, Paul Hollenstein, Vreny und Heinz Wessner, Edy Tanner, Natalia Bezzola Rausch, André Kuenlin, Robert Willi, Clarissa Höhener und Heid Eisenhut nahm sich dieser Frage an – und fand mit WikiSpeicher schliesslich die passende Antwort. Mit dem Beizug Beat Lüschers von der St. Galler Werbeagentur Die Gestalter wollte man der Sache einen professionellen Unterbau verleihen.

Im Schoss der Sonnengesellschaft
"Es wäre viel zu riskant, ein solches Projekt, das schweizweit einmalig ist, an eine einzelne Person zu hängen", erklärt Peter Abegglen den Umstand, weshalb WikiSpeicher schon bald in den Schoss der von ihm präsidierten Sonnengesellschaft eingebettet wurde. "So ist garantiert, dass auch bei personellen Veränderungen kein Einbruch erfolgt. Und bei jeder Hauptversammlung der Sonnengesellschaft wird darüber Rechenschaft abgelegt."

Viel Herzblut

Paul Hollenstein, Peter Abegglen

WikiSpeicher lässt sich nicht kostenfrei betreiben. Man sei bei der Mittelbeschaffung, bei der namentlich Stiftungen angegangen wurden, überall auf ein gutes Echo gestossen, zeigt sich Peter Abegglen erfreut. Wichtigster Antrieb für das Engagement all der Personen, die hinter WikiSpeicher stehen, sind die Freude und die Liebe zum Dorf, was in mannigfacher Weise zum Ausdruck kommt. Sie alle lassen sich immer wieder einbinden, wenn es etwas zu tun gibt. Paul Hollenstein beispielsweise hat die 1853 erschienene Speicherer Chronik von Bartholomäus Tanner in akribischer Arbeit in die heutige Sprache umgesetzt. Sie ist unter "Archiv" auf WikiSpeicher einsehbar. Zwei, die sich WikiSpeicher zur Herzensangelegenheit gemacht haben: Paul Hollenstein (links) und Peter Abegglen.
Bild: Martin Hüsler

Regionaljournal Ostschweiz 11.4.2015

So wird das WikiSpeicher auf der Homepage des Regionaljournals Ostschweiz von SRF vorgestellt:

Beim 700-Jahr-Jubiläum der Ausserrhoder Gemeinde Speicher kamen viele Geschichten zusammen. Diese wollte die Gemeinde erhalten, aber nicht in einem Dorfmuseum. Deshalb hat eine Gruppe von Bürgern eine Internetseite lanciert, wo jeder an der Gemeindegeschichte mitschreiben kann.

«Es muss etwas mit Speicher zu tun haben», erklärt Mitinitiant Peter Abegglen. Geschichten aus dem zweiten Weltkrieg zum Beispiel, wie sie auch in anderen Gemeinden geschehen sind, gehörten nicht auf wikispeicher.ch. Ein Luftkampf über Speicher, wobei auch ein Haus von einem Geschoss getroffen wurde, passe dagegen sehr gut rein. Abegglen hat wikispeicher.ch nach dem 700-Jahr-Jubiläum der Gemeinde mit anderen lanciert. Ein schweizweit einzigartiges Pionierprojekt, wie er betont. Dabei kann jeder mitwirken und seine Geschichten niederschreiben oder per Video auf die Internetseite stellen. Abegglen und seine Mitstreiter gehen aktiv auf Leute zu, welche eine Geschichte über Speicher erzählen können. Sie unterstützen auch beim Verfilmen oder beim Texten. Zudem wird die Internetseite laufend kontrolliert, damit keine Schindluderei betrieben wird. Mittlerwile sind rund 100 Geschichten zusammengekommen und es werden immer mehr. Wikispeicher.ch zieht pro Monat bis zu 1000 Besucherinnen und Besucher an.

SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 11. April 2015 17:30 Uhr; Philipp Gemperli


Appenzell24.ch 29.4.2023

Jährliche Unterstützung von «Wikispeicher»
Die Gemeinde Speicher und die Sonnengesellschaft haben im Jahr 2012 das digitale «Dorfmuseum» Wikispeicher gegründet.
Diese Idee entstand aus dem Projekt «Wissen sichern». Der Zweck von Wikispeicher ist, das kulturelle Erbe der Gemeinde zu sichern und es öffentlich zugänglich zu machen, schrieb die Gemeindekanzlei in einer Mitteilung.
Die Gemeinde Speicher unterstützte bisher Wikispeicher punktuell und projektbezogen über den Bildungs-, Kultur- und Sozialfonds. Die jährliche und konstante Arbeit und die Bestrebungen für die Sicherung von Wissen über die Gemeinde wird künftig über einen jährlichen Gemeindebeitrag in der Höhe von 5000 Franken unterstützt. Der Gemeinderat anerkennt diese wertvolle Arbeit der Initianten und engagierten Personen und genehmigt die dazugehörige Leistungsvereinbarung für die Jahre 2023-2028. An dieser Stelle wird den Initianten und allen aktiv beteiligten Personen herzlich für ihr Engagement gedankt.
Speicher | 29.04.2023 | 18:23 Uhr


SRF News 23.7.2023

'WikiSpeicher – das kulturelle Gedächtnis eines Dorfes'
Die Ausserrhoder Gemeinde Speicher hat ihr eigenes Wikipedia. Was als Geschichten-Sammlung anfing, ist heute Dorfarchiv.

In jeder Gemeinde gibt es einen Ort, an dem die Geschichte des Ortes aufbewahrt wird. In Speicher im Kanton Appenzell Ausserrhoden mit seinen rund 4500 Einwohnerinnen und Einwohnern verstauben Bilder und Dokumente aber nicht in einem Keller im Gemeindehaus, sondern sie sind im Internet zugänglich.
Seit über zehn Jahren gibt es WikiSpeicher, eine Sammlung von Geschichten über historische Bauten, traditionelles Handwerk und vor allem über die Menschen in Speicher – mit vielen Bildern und Videos. Über 400 Artikel können auf der Seite nachgeschlagen werden und es werden immer mehr.
Treibende Kraft hinter WikiSpeicher ist der ehemalige Lehrer Peter Abegglen. Er und sein dreiköpfiges Team erstellen die Artikel. «Wir staunen selbst, was da alles für Geschichten hervorkommen».

Einzigartig lokal
Von Anfang an sei klar gewesen, dass auf WikiSpeicher keine Geschichten veröffentlicht werden sollen, die jemand an einem anderen Ort genau gleich erlebt haben könnte, sagt Abegglen. Als Beispiel nennt er die Essensmarken während des Zweiten Weltkriegs. Diese habe es überall in der Schweiz gegeben. In Speicher allerdings kam es zu einem speziellen Kriegsvorfall. «Zwei Schweizer Flugzeuge jagte zwei englischen nach. Der Schuss des Schweizer Flugzeugs ging direkt neben einem Wohnhaus in Speicher zu Boden.» Auf WikiSpeicher erinnern sich drei Einwohnerinnen und Einwohner, die den Vorfall damals miterlebten.

Von damals bis heute
Auf der Seite ist aber nicht nur Historisches, sondern auch Aktuelles zu finden. Zum Beispiel über die Nachfahren von Robert Schiess, den es 1936 von Speicher im Kanton Appenzell Ausserrhoden auf die Galapagos-Inseln zog, erzählt Peter Abegglen. «Wir haben herausgefunden, dass der Tourismus auf den Galapagos-Inseln heute fest in den Händen der Familie Schiess ist. Und eine Nachfahrin war gar 2011 Miss Ecuador

Freiwilligenarbeit auf professionellem Niveau
Peter Abegglen und sein Team sind immer auf der Suche nach interessanten Geschichten. Kommt ihnen eine zu Ohren, recherchieren sie in den Archiven der Gemeinde und des Kantons oder suchen nach alten Zeitungsartikeln oder Bildern.

Jeder geschriebene Artikel wird intern überprüft
Zu Beginn war die Seite offen für alle. Jede und jeder konnte Einträge verfassen. «Da haben wir gemerkt, es hat zu viel Schrott von irgendwelchen Leuten, die ihr Anliegen auf der Seite platziert haben wollten.» Jetzt dürfen nur noch ausgewählte Personen für die Seite schreiben.

Auftrag der Gemeinde
Seit diesem Jahr hat WikiSpeicher offiziell den Auftrag, das Wissen der Gemeinde zu sichern. «Die Gemeinde hat bemerkt, dass die Seite zu einem Archiv wurde. Zudem ist es für Schülerinnen und Schüler ein Nachschlagewerk.» Peter Abegglen und sein Team haben sich gegenüber der Gemeinde verpflichtet, jährlich zehn Beiträge zu veröffentlichen. Dafür erhalten sie 5000 Franken. «Das ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit.»
SRF News, 23.07.2023, 11:22 Uhr; Julia Viglino SRF


Regionaljournal Ostschweiz 27.7.2023

Radiobericht über WikiSpeicher:


SRF 1, Regionaljournal Ostschweiz, 27. Juli 2023 17:30 Uhr; Fabian Monn


TVO 30.7.2023

Fernsehbeitrag von TVO:


TVO - Aktuell vom 30.7.2023 18:00 Uhr; Nicole Milz